Excès de Roissy XI

Refugium (Zuflucht)

21.04.2018

„Wer Sie ungefügig finden wird, wird Sie hierher zurückbringen. Sie werden jetzt in Ihre Zelle geführt.“ Pauline Réage

Wieder hinterlässt nach meinem Empfinden und auch nach einigen Aussagen ein „beinahe perfekter“ Abend im Sinne einer D/s -O Konstellation vom immensem Aufwand in vielen Köpfen und Herzen ein Loch, dass erst in einigen Monaten wieder mit Vorfreude gefüllt werden kann. Wenn es für die Herren wieder los geht , mit Vorab-Dramaturgie, Planen und tüfteln, und für die Os mit lernen und zittern, was dieses Mal von ihnen erwartet wird.

Auch wenn der Rest des Textes den Eindruck erwecken wird, dass alles nur wundervoll und einfach verläuft bei unserem Excès , sei gesagt dass es sich tatsächlich hier noch um komplette Handarbeit, normale (na ja, fast normale) Menschen mit ihren Fehlern und Reaktionen und einfache Möglichkeiten handelt. Es braucht Monate des Vorbereitens und Wochen des Programmierens, Bauens und kleinlichen Diskussionen über Szenerien um dies alles auf die Beine zu stellen. Allein das persönliche Nähen und Besticken der neuen Knie-Kissen für die Os hat evliline sicher Stunden gekostet.

Es wurden von den Logenmitgliedern im Nachhinein Worte benutzt wie „perfekt“, „einzigartig“, „ Ein Spiel wie Yin und Yang“ und Ähnliches, was den Veranstalter und sein Team sicher ehrt, doch ist die Frage, wollen wir wirklich so perfekt sein ? Na ja, zumindest soweit es uns möglich ist, denn zurückschrauben werden wir als Os und auch das Team sicher nicht. Denn nach dem wundervoll geplanten und auch durchgeführten elften Mal Heimat soll es wirklich das zu Hause bleiben was es für die meisten von uns schon lange ist.

Ab dem Eintritt durch die Tür in Roissy befand man sich wie immer in der eigenen, unseren Welt. Das Team in Form von Dienern und Novizinnen verlangte den Os in der Trainingsphase wieder alles an Können ab, leitete an, überprüfte, vertiefte, drillte. Nie wurde so konzentriert und lückenlos gearbeitet wieder dieses Mal. Es wurde jegliches Vergehen sofort geahndet, zum ersten Mal konnte jede mit anwesende O die Strafen miterleben und mitfühlen.

Vielleicht war das der Grund, dass es dieses Mal so wenig Strafpunkte gab wie nie zuvor? Oder liegt es einfach daran, dass jetzt, mit Beginn der Loge, einfach die Qualität an Os und Herren so dermaßen hoch ist, dass der normale Bewertungsstandart nicht mehr ausreicht? Aber immerhin gibt es sicher durch das „Zeugnis“, das jede O am Ende erhält noch Dinge zu verbessern.

Eins der Highlights war sicher wieder die stilvoll umgesetzte Bediensituation beim Abenddinner, die durch die disziplinierten und aufmerksamen Augen von Anne Marie wieder überwacht und geleitet wurde. Wie immer verstand sie es nicht nur zu unterrichten und zu prüfen, sondern mit ihrer Weiblichkeit aufzubauen, zu ermutigen uns innerlich stolzer zu machen. Auch der Conseiller erzeugte wieder einiges an Schmunzeln durch seine detaillierten Umsetzungen der Wünsche der Herren. Es ist mir ein Rätsel wie er das schafft, jedoch waren die Ideen wie bereits letztes Mal unübertrefflich mit Witz und aber auch dem nötigen Ernst umgesetzt.

Nicht nur, dass das Kreuz des Schreckens dieses mal zur Belohnung wurde, nein, es gab auch noch ein Erkennungszeichen für die Os der Loge zu überreichen. Ein stilvolles Armband ( passend zur Krawattennadel der Herren) ziert nun mein Handgelenk und erinnert mich jeden Tag, wofür es sich lohnt, D/s wirklich zu leben und zu fühlen.

Einen ausgewählten Kreis an Unikaten als zweite Familie sehen zu dürfen, verbunden mit den gleichen Grundsätzen, gefördert durch ein Team, das einfach nur stolz sein kann und unterstützt durch das BMH und seine Mitarbeiter.

Aber: Abgesehen davon , dass sich sicher mancher Herr noch eine längere Spielzeit wünschen würde um einfach noch intensivere Benutzungszeit mit den mittlerweile meist gut erzogenen Os verbringen zu können gibt es bei nächsten Mal doch wieder etwas zu verbessern. Die noch deutlichere Nutzung des Ampelcodes und die Einhaltung dieses durch die Herren wird weiterhin ein wichtiger Teil der zu vermittelnden Lehren sein.

Denn gerade hier in dieser Loge gilt: Quantität ist nicht gleich Qualität. Auch wenn dieses Mal alle Anwärter sofort aufgenommen wurden wird es weiterhin strenge Auswahlkriterien geben, die jedoch mit einem gesunden und empathischen D/s Denken erfüllbar sind.

Und was kann eine glückliche O am Ende des Abends mehr tun als sich demütig für die ganzen Mühen beim Team zu bedanken? Dies ließen wir uns dieses Mal nicht nehmen. Ich danke meinen zwei Mit-Verantwortlichen O Asisa und O Shania für die Hilfe bei der Vorbereitung. So hat auch das Team einmal etwas in den Händen. Etwas, das sie vielleicht bei der Vorbereitung des nächsten Excès angrinsen und sich dadurch zurückerinnern lassen, wie stolz sie auf sich sein können.

Hochachtungsvoll, P, eine O der Loge