Was wir von einem „dominanten Herren“ erwarten

Im Auftrag des Hauses aus der Sicht einer O der Loge

„Sie stehen hier ganz im Dienst Ihrer Gebieter.

Sie werden stets aufs erste Wort, auf das erste Zeichen hin jede Tätigkeit unterbrechen,
um Ihren einzigen wirklichen Zweck zu erfüllen,nämlich uns zu Willen zu sein.

Ihre Hände gehören ihnen nicht, auch nicht Ihre Brüste,
vor allem nicht irgendein Zugang ihres Körpers, wir können
sie nach Belieben visitieren und in sie eindringen.
Apropos, wenn Sie während der Dauer Ihres Aufenthalts die
Peitsche regelmäßig alle Tage bekommen, so geschieht das
nicht so sehr zu unserem Vergnügen, als vielmehr zu Ihrer
Belehrung.

Wie bei der Kette, die am Ring Ihres Halsbandes angebracht
wird und Sie täglich mehrere Stunden lang mehr oder
weniger unbeweglich auf Ihrem Bett festhalten soll, ist
die Absicht weit weniger, Ihnen Schmerz zuzufügen, Sie zum
Schreien oder Weinen zu bringen, als vielmehr, Sie durch
diese Schmerzen fühlen zu lassen, daß Sie unter Zwang
stehen, daß Sie ganz und gar fremdem Willen unterworfen sind“

Pauline Réage
  • Nach dem Grundsatz des Excès de Roissy ist ein ehrenwerter Herr der Loge ein Mann mit Stil, Kreativität, Herz und Hirn. Er versteht das Spiel mit der notwendigen und ihm innewohnenden DOMINANZ. Er sieht einen gesunden Sadismus NICHT als Kräftemessen (wer schwingt die längste Peitsche oder beschert der O den xten Orgasmus?). Es handelt sich hier nicht um Leistungssport, denn Qualität ist nicht gleich Quantität.
  • Um ein guter Herr zu sein braucht es nicht unbedingt Equipment, er benutzt es als Zusatz und dem Ausdruck seines Ideenreichtums. Der Herr ist sich bewusst, dass es sich um ein ein Rollenspiel handelt, an dem alle teilnehmenden Personen freiwillig teilnehmen. Er ist sich desweiteren darüber im Klaren, dass er als dominanter Part in diesem Rollenspiel auch Verantwortung zu übernehmen hat. Ein Dom definiert sich also nicht über seine bloße Präsenz, sondern auch durch verantwortungsvolles , empathisches Handeln, damit sein devotes Gegenüber sich mit Vertrauen in seine Rolle fallen lassen kann.
  • Ein Herr der Loge kümmert sich nicht um das, was seine O wünscht. Er verfolgt seine eigenen Ziele im Rahmen der Tabus der ihm übergebenen Stücke. Es handelt sind hier nicht um „Wünsch Dir was“ und es ist auch nicht Weihnachten. Jedoch wird das ihm anvertraute Eigentum nicht über die Tabus hinaus benutzt.
  • Der Respekt unter den Herren ist Gesetz. Es sollte möglich sein, eine O gemeinsam zu benutzen, auch wenn ein Herr vielleicht ungern teilt.
  • Ein letzter Punkt: Es geht natürlich um das Wohl und die Freude der Herren. Jedoch sollte es ihm möglich sein das Kopfkino für die Os aufrecht zu erhalten. Ein guter Herr der Loge führt die ihm übergebene O immer konsequent und nach den ihm bekannten Regeln des Hauses.

Auch wenn alle Beteiligten den Grundgedanken der Geschichte in sich tragen und der Hausherr und sein Team für die Kulisse sorgen, lebt eine Zusammenkunft dieses Niveaus von der Fähigkeit, sie im Geiste neu zu erschaffen und in die Realität zu tragen.

Hochachtungsvoll, P, im Auftrag des Hauses