Dramaturgie beim Excès de Roissy

„Warten Sie nur, bis Pierre dabei ist“, sagte Jeanne, „dann werden Sie sehen.“ – „Wieso Pierre?“ – „Wenn er kommt, um sie anzuketten, läßt er sie vielleicht niederkauern.“O fühlte, wie sie blaß wurde. „Aber warum?“ sagte sie. – „Es wird Ihnen nichts anderes übrigbleiben“, erwiderte Jeanne, „aber Sie haben Glück“, – „Wieso Glück?“ – „Ihr Geliebter hat Sie doch hierhergebracht?“ – „Ja“, sagte O. – „Sie werden viel strenger behandelt werden.“ – „Ich verstehe nicht“. – „Sie werden sehr bald verstehen. Ich läute Pierre. Wir holen Sie morgen früh wieder ab.“

Pauline Réage

Excès de Roissy soll eine besonders dramaturgische Veranstaltung sein. Es soll den Gästen ermöglichen Roissy zu erleben. Unser Anspruch besteht darin uns stark nach dem Roman zu richten und die Dinge dramaturgisch in Szene zu setzen, die sich in die Realität übertragen lassen.

Im Roman wurde O nicht wirklich die Wahl gelassen. Bereits zu Beginn des Buches wurde O nach Roissy gebracht. Sie erfuhr dort nicht was sie erwarten würde und was wann geschieht. Alles was passierte war der Wille Ihres Gebieters. Sie hatte lediglich die Wahl zu bleiben und sich dem zu unterwerfen, was er für sie geplant hatte, ohne die Details zu kennen. Somit liegt die Entscheidung eine O nach Roissy zu bringen beim Gebieter und es obliegt ebenfalls seinen Wünschen, was O in Roissy widerfahren wird.

Die Veranstaltung folgt einem roten Faden, in dem jede O auf die verschiedenen Charaktere des Buches trifft. Für sie ist es die Prüfung Ihres Gebieters, denn er wird im Vorfeld bestimmen, was Ihr in Rossy passieren wird. Die O wird im Vorfeld vom Gebieter NICHT darüber unterrichtet, was in Roissy geschehen wird. Sie ergibt sich blind und in tiefem Vertrauen den Wünschen und Vorsehungen Ihres Gebieters!

Die Dramaturgiebesprechungen werden im Vorfeld mit den Herren durchgeführt. Den Herren werden die geplanten Szenen vorgestellt und sie entscheiden dann, was in diesen Szenen passieren soll. Er bestimmt wie die Charaktere auftreten und was diese mit der O tun sollen. Das ganze endet dann in der eigentlichen „Prüfung der O“, die von den teilnehmenden Herren durchgeführt wird. Im Grunde ist das der Teil des „Freeplay“, eingebettet in die Szene „Die Prüfungen der O’s“.

Jeder Gebieter schreibt vorab für seine O ein „Drehbuch“. Wir setzen dieses Drehbuch dann am Abend in Szene. Jede O erlebt somit immer wieder ein individuelles Roissy, ganz nach Ihren Ausbildungsstand und den Wünschen Ihres Gebieters.

Die Dramaturgiebesprechungen bestehen NICHT aus einem kleinen Bogen, in dem man Kreuzchen setzen muss. Sie erfordert seitens des Gebieters Zeit und Interesse an der Mitarbeit. Herren die bei den Besprechungen nicht mitarbeiten werden bereits im Vorfeld von der Veranstaltung ausgeschlossen.